Der Künstler

 

Jonas Heinevetter, geb. 1979 in Essen

 

Freischaffender Künstler mit

 

Ausdrucksschwerpunkt in der Bildenden Kunst,

 

lebe in Witten und arbeite in der Galerie Himmelstropfen

 

Form, Farbe und Bewegung sind die visuellen Elemente mit deren Hilfe ich das nach außen transportiere, was in meinem Inneren verborgen liegt. Dabei kommt es zu einem Dialog zwischen mir und der Linie, mit deren Hilfe ich die Kraft, die Schönheit und das Potenzial unseres Daseins auszudrücken versuche. Aus diesem Dialog heraus entstehen Bilder, die die Leinwand kaum zu halten vermag, da ihre kraftvollen Formen, Farben und Bewegungen danach streben, ihr Medium zu verlassen um den Raum selbst zu erobern.

 

Typische Merkmale meiner Arbeit sind eine enorme Ausdrucksvielfalt in den Darstellungsebenen, intensive Dynamik und das Künstlerische Arbeiten im sozialen Dialog.

Ich arbeite schwerpunktmäßig in den Bereichen: Malerei, Gestaltung, Design und biete zudem Kunstprojekte, Fortbildungen und Workshops mit künstlerischen, pädagogischen und gemeinschaftsbildendem Schwerpunkt an. Dabei präge ich einen Kunstbegriff, der Kunst als einen Weg der Authentizität und Persönlichen Entfaltung wahrnimmt.

 

 

 

Presse

Atelierbesuch bei Jonas Heinevetter, im Boesner Kunstbedarf Katalog 2013

Boesner Artikel

Atelierbesuch Jonas Heinevetter

Fotos von Peter Illing Text Anita Brockmann

 

 

Jonas Heinevetter bezeichnet sich selbst als künstlerisches Chamäleon. Er mischt verschiedene Materialien und Techniken und macht dabei vor der Spraydose nicht Halt. Bildgründe können Wände sein, der Fußboden oder auch bespannte Keilrahmen – was immer sich zur Gestaltung anbietet.

Auf seinen farbintensiven Leinwänden dominieren die Linien: Geraden und Kurven formen geometrische Farbfiguren, tanzende Linien fügen sich zu organischen Kompositionen. Diese musikalisch anmutenden, harmonischen Formen kennzeichnen die häufig großformatigen Werke des Künstlers und erzeugen optische Effekte wie räumliche Tiefe und dynamische Bewegung.

Motivisch lassen die Arbeiten von Jonas Heinevetter Einflüsse von konstruktivistischer Malerei und Op-Art erkennen, die er mit Elementen der Intuitiven Malerei verbindet. In seinem Wittener Atelier „Galerie Himmelstropfen“ arbeitet der 34-Jährige an seinen experimentellen Bildkompositionen. „Form, Farbe und Bewegung sind die visuellen Elemente, mit deren Hilfe ich das nach außen transportiere, was in meinem Inneren verborgen liegt“, beschreibt der Künstler schlicht seinen Ansatz.

Da Sprayfarben aufgrund ihrer Eigenschaften, dort, wo es gewünscht ist, das spontane Umsetzen einer Bildidee ermöglichen, setzt Jonas Heinevetter sie gerne als gestalterisches Mittel ein. Das bedeutet aber nicht, dass die Werke weniger aufwendig hergestellt würden. Jonas Heinevetter legt sie in mehreren subtilen Schichten an. Für den Hintergrund überträgt er ganz klassisch zunächst eine Bleistiftskizze auf die Leinwand, darauf folgen mehrere Schichten Acrylfarbe. Unter Zuhilfenahme von Schablonen und Kreppklebeband verfeinert er nun die Bilder mit Sprühfarben und verleiht ihnen zusätzliche Tiefe, Schärfe und manchmal auch weiche Übergänge, um die Komposition zur beruhigen. Bis zum Erreichen des jeweils gewünschten harmonischen Gleichgewichts sprüht er im Verlauf der Arbeit weitere Farbebenen auf. Je nach Aufsatz und Handhabung der Spraydose, also je nachdem, wie viel Druck ausgeübt und in welchem Winkel oder Abstand die Dose gehalten wird, lässt sich der Farbauftrag bestimmen. Flächen können opak oder blickdicht gestaltet und Linien genau kontrolliert werden – von sehr präzise und kantenscharf bis hin zu sehr weich und fließend. Das verleiht den Arbeiten eine ganz eigene ästhetische Wirkung. Spuren von Pinsel, Spachtel oder Ähnlichem können so entweder übersprüht oder integriert werden.

Wo das Material auf diese Weise in den Vordergrund tritt, äußert sich der Künstler über die Bildidee. „Ausdrucksvielfalt ist mein Motiv, Kreativität mein Werkzeug, Einzigartigkeit mein Ziel“, formuliert Jonas Heinevetter seine innere Haltung. Wenn er arbeitet, befindet er sich in einem ständigen Dialog mit einem Werk. Dabei nutzt er ein vielfältiges Repertoire an Farbträgern: Mittels der vielseitigen Wirkung unterschiedlicher Medien wie Farbsprays, Acrylfarben und zum Abschluss auch Kreiden erzeugt er lebendige Spannung sowie kraftvolle Formen und Farben. Symmetrie und Chaos, Licht und Dunkelheit, Tiefe und Flächigkeit, Genauigkeit und Vagheit sind Gegensatzpaare, die sich in seinen Gemälden wiederfinden. Mit ihrer Hilfe eröffnet der Künstler Räume, die in die Tiefe des Bildträgers weisen, und erzeugt Bewegung, die danach zu streben scheint, ihr Medium zu verlassen, um den umgebenden Raum zu erobern. Dieses Zusammenspiel erschließt sich dem Betrachter mal auf den ersten Blick, mal durch längere Betrachtung – ebenso wie die Verwendung von Schlagmetall, mit dem der Künstler seinen Arbeiten bisweilen zusätzliche Subtilität verleiht.

„Die Linie ist der Hauptakteur in meinen Bildern“, beschreibt Jonas Heinevetter seine Kompositionen, „wie ein Tänzer in einem Ballettstück.“ Denn die Linie zeichnet den Weg nach, der während der Schaffensphase durchlaufen wurde. Sie bringt seine Bewegung zum Ausdruck. Die Farbe hingegen steht für die Empfindungen, die ihn auf diesem Weg begleitet haben.

Seine Begeisterung für die Möglichkeiten, sich mit der Sprühdose und vielen anderen Ausdrucksmitteln künstlerisch zu entfalten, gibt Jonas Heinevetter gerne auch Workshops und Projekten weiter.